Für Verkäufer und Inhaber
Ist die Wertschöpfung sichtbar?
Sie haben Ihr Unternehmen über 20, 30 Jahre aufgebaut. Sie wissen, wie es funktioniert. Die Abläufe stehen, die Kunden vertrauen, der Betrieb läuft.
Wenn die Übergabe im Raum steht, wird eine Frage entscheidend, die im Tagesgeschäft nie gestellt wird: Kann jemand von außen erkennen, was dieses Unternehmen tatsächlich zusammenhält? Was davon tragend ist und was mitläuft? Was es kosten würde, etwas zu verändern?
Wenn ein Käufer kommt und unter die Motorhaube schaut, findet er oft: gewachsene Systeme, undokumentierte Abhängigkeiten, Wissen in den Köpfen weniger Mitarbeiter. Das Ergebnis: Kaufpreisabschlag. Oder schlimmer — der Käufer kauft gar nicht. Nicht weil das Unternehmen schlecht ist. Sondern weil die Substanz unter dem, was sich angesammelt hat, nicht mehr sichtbar ist.
Die Fragen, die ein Käufer stellt
Anbieterwechsel: Können Sie Ihren wichtigsten Software-Anbieter wechseln und Ihre Daten mitnehmen? Nicht theoretisch, sondern praktisch? Wissen Sie, wo Ihre Kundendaten tatsächlich liegen: in welchem Format, bei welchem Anbieter, in welchem Land?
Betriebsunterbrechung: Wenn Ihr Maschinenhersteller die zugehörige Software einstellt: wie lange steht Ihre Produktion?
Schlüsselpersonen: Wenn die Kollegin, die als Einzige das ERP versteht, nächstes Jahr in Rente geht: was geht mit ihr aus der Tür?
Wenn Sie auf diese Fragen keine belastbaren Antworten haben, wird der Käufer das Risiko einpreisen. Schlicht, weil Unsicherheit den Kaufpreis drückt und Deals zum Platzen bringt.
Ich schaue mir das vorher an. Damit Sie die Antworten haben, bevor die Fragen kommen.
Zukunftsfähigkeit in drei Dimensionen
Immer mehr Käufer bewerten ein Unternehmen entlang von drei Fragen, die über die Bilanz hinausreichen:
Wenn Sie morgen den Software-Anbieter wechseln müssen: können Sie das? Existieren realistische Alternativen? Gehören Ihre Daten wirklich auch praktisch Ihnen?
Was passiert, wenn Software ausfällt oder ein Anbieter verschwindet? Was geschieht dann mit Ihrer Auftragsabwicklung, Ihrem Vertrieb, Ihrer Produktion?
Was würde eine notwendige Veränderung tatsächlich kosten? Sind Migrationen überhaupt möglich, oder gefährdet ein Wechsel die Betriebsfortführung?
Ein Verkäufer, der auf diese drei Fragen vorbereitet ist, zeigt einem Käufer: Hier wurde sorgfältig gearbeitet. Hier kann ich ansetzen und weiterentwickeln.
Transparenz schaffen - für den Käufer und für sich selbst
Wer die Wertschöpfung und ihre digitale Grundlage ordnet, tut das einerseits für den Verkaufsprozess. Doch die Erfahrung zeigt: Auch der Inhaber gewinnt. Der Betrieb wird häufig ruhiger, weil Abhängigkeiten, offene Baustellen und schwer greifbare Risiken sichtbar werden, statt als ungutes Bauchgefühl im Hintergrund mitzulaufen.
Ein Unternehmen, das aufgeräumt ist, lässt sich bis zur Übergabe auch leichter weiterführen. Entscheidungen fallen klarer, weil die Grundlage sichtbar ist.
Sorgfaltspflicht dokumentieren
Seit 2021 verpflichtet § 1 StaRUG die Geschäftsleitung haftungsbeschränkter Unternehmen - größenunabhängig - dazu, bestandsgefährdende Entwicklungen fortlaufend zu überwachen. Seit November 2025 konkretisiert der IDW S 16, wie ein solches Krisenfrüherkennungssystem mindestens auszusehen hat: integrierte Unternehmensplanung sowie systematische Identifikation und Aggregation aller wesentlichen Risiken, ausdrücklich auch aus betrieblichen und sonstigen Ursachen. Digitale Abhängigkeiten gehören dazu.
Im Haftungsfall trägt die Geschäftsleitung regelmäßig die Beweislast, dass sie sorgfältig gehandelt hat. Eine dokumentierte Risikoabwägung ist ein solcher Baustein.
Die Erarbeitung dient dem Verkauf und ist zugleich ein Teil des Nachweises ordentlicher Geschäftsführung.
Klarheit für den Verkaufsprozess
Wertschöpfungslandkarte
Wie Ihr Unternehmen funktioniert: Prozess für Prozess, vom Auftrag bis zum Geldeingang. Welche Software trägt welchen Schritt, wo liegen die Abhängigkeiten.
Risikobewertung
Was ein Käufer finden wird und wie Sie damit umgehen: Schwächen, die sich beheben lassen, beheben wir. Schwächen, die sich erklären lassen, erklären wir. Schwächen, die den Preis beeinflussen, kennen wir.
Übergabedokumentation
Das Wissen, das heute in Köpfen steckt, in einem Dokument, das ein Nachfolger lesen kann.
Verhandlungsgrundlage
Transparenz, die Vertrauen schafft. Ein Käufer, der ein aufgeräumtes Unternehmen sieht, verhandelt anders als einer, der ins Ungewisse greift.
Leistungen und Investition
Ich passe Tiefe und Umfang an Ihre Ausgangslage an.
Fokussierter Check
Für klar umrissene, überschaubare Landschaften. Ein strukturierter Blick darauf, was ein Käufer finden wird mit Risikodokumentation und konkreten Handlungsempfehlungen.
Wertschöpfungs- & Übergabelandkarte
Für gewachsene Landschaften mit Produktion, Eigenentwicklung oder mehreren Systemen. Die vollständige Landkarte der Wertschöpfung samt digitaler Grundlage und Übergabedokumentation.
Aufwand und Preis richten sich nach Komplexität. Ein konkretes Angebot erhalten Sie nach einem ersten unverbindlichen Gespräch.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Vorbereitung der Übergabe beginnen?
So früh wie möglich, idealerweise mehrere Jahre vorher. Je früher die digitale Substanz geordnet ist, desto weniger Angriffsfläche bietet sie in der Verhandlung und desto ruhiger lässt sich das Unternehmen bis zur Übergabe weiterführen.
Was senkt den Kaufpreis bei einer Übergabe?
Vor allem Unsicherheit: undokumentierte Abhängigkeiten, Wissen in einzelnen Köpfen, unklare Datenhoheit und unkalkulierbare Migrations- oder Ablösekosten. Was ein Käufer nicht einschätzen kann, preist er als Risiko ein.
Was ist eine Übergabedokumentation?
Eine verständliche Aufbereitung dessen, wie das Unternehmen digital funktioniert: welche Prozesse an welchen Systemen hängen, wo Abhängigkeiten liegen und welches Wissen bislang nur in Köpfen existiert so, dass ein Nachfolger darauf aufbauen kann.
Ausgangslage klären
Wer einordnen möchte, wie die technische Seite seines Unternehmens nach außen wirkt, sollte sich Zeit nehmen. Nicht nur für die Antworten, sondern für die richtigen Fragen.
Rufen Sie mich an, oder buchen Sie ein Zeitfenster. Im ersten unverbindlichen Gespräch klären wir, wo Sie stehen und ob meine Arbeit dazu passt.
Quellen
- IDW S 16 (veröffentlicht 10.11.2025): „Krisenfrüherkennung und Krisenmanagement nach § 1 StaRUG", Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. idw.de
- § 1 StaRUG (in Kraft seit 01.01.2021): Krisenfrüherkennung und Krisenmanagement. gesetze-im-internet.de